Menschenrechts Organisation Nur_noch_Zuschauer

Auch die deutsche Menschenrechtsorganisation ATME wurde zum 3. Fachaustausch beim BMFSFJ am 16.2.2017 in die Zuschauerreihen verbannt.

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ATME Beitrag – Die ewige Ignoranz vom 25.Januar 2017.

Die Aktion Transsexualität und Menschenrechte e.V. ist vom Familienministerium ausgeladen worden. Am 16. Februar 2017 war vorgesehen, dass auch eine Vertreterin von ATME e.V. neben Vertretern des Bundesverbands Trans*, dem Verein Intersexuelle Menschen e.V. und dem VTSM zu Plänen einer TSG-Reform zu Wort kommt. Uns wurde nun per Mail mitgeteilt, dass eine gesonderte Kommentierung durch ATME nicht erwünscht ist. Dieses Vorgehen passt (leider) ins Bild.
Als die Aktion Transsexualität und Menschenrecht e.V. vor 8 Jahren einen Menschenrechtsbericht zum UN-Frauenrechtsabkommen CEDAW verfasst hat und sich aus diesem Hintergrund zu einem Verein zusammengeschlossen hatte (mit Mitstreiterinnen aus ganz Deutschland), war unsere Forderung eindeutig:
Transsexuelle Frauen sind Frauen. Sie sind keine Männer, die sich „wie Frauen fühlen“ oder „als solche leben“ wollen.
Die Vereinten Nationen haben die Bundesregierung aufgefordert mit der Aktion Transsexualität und Menschenrecht in Kontakt zu treten. Zudem forderte das CEDAW-Komittee bereits 2008 die Bundesregierung auf, es zu unterlassen, dass transsexuelle Frauen sich vor Gericht durch psychiatrische Gerichtsgutachten zu einem „Mann, der als Frau leben will“, erklären lassen müssen.
Wir haben in den letzten Jahren feststellen müssen, dass diese zentrale Forderung immer wieder in Frage gestellt wird, u.a. auch von LGBT-Vereinigungen und Lobbygruppen mit guten Kontakten zu Ministerien. Wir haben auch erlebt, dass unsere zentrale Aussage, nämlich dass nur ein Mensch im Zweifel selbst wissen kann, welchem Geschlecht er angehört, pervertiert und verzerrt wurde, um uns Mitspracherecht zu verweigern oder uns aus politischen Reformprozessen auszuschliessen.
Was wir nun erleben ist, dass mit der Einführung einer sogenannten „Gender Varianz“ genau da weiter gemacht werden soll, wo wir seit den 70er-Jahren stehen: Transsexuelle Frauen sollen nicht Frauen sein, sondern höchstens „Transgeschlechter“, also Menschen, die nicht zufrieden mit ihrer geschlechtlichen Rolle seien, und geschlechtlich anders leben wollen. Dass damit wieder Genitalien zum „biologischen Geschlecht“ erklärt werden, haben wir oft genug angemahnt und kritisiert. Die Kritik ist, so scheint es, immer noch unerwünscht.
Wir haben oft genug erlebt, wie versucht wurde, unseren emanzipatorischen Ansatz zu verhindern. Auch die Fixierung des Bundesverband Trans* auf „Transgeschlechter“ und Konstruktion von „Identitäten“ betrachten wir – insofern sie Transsexualität (also die Abweichung körperlicher Merkmale vom eigenen Geschlecht) als nicht-existent behauptet – als Tradition der Bekämpfung unserer Anliegen. Die alte Gleichung Genitalien = biologisches Geschlecht / Gender = soziales Geschlecht, die wir schon 2008 kritisiert hatten, soll wohl immer noch gelten.
Bis heute gab es kein einziges ernstzunehmendes Gespräch mit Vertretern einer Bundesregierung aus der hervorgegangen wäre, dass die Genitalien-Gender-Story einmal kritisch betrachtet würde. Die Absage des Familienministeriums ATME den Raum zu gewähren, einen eigenen Kommentar zu in Auftrag gegebenen Rechtsgutachten abzugeben, werten wir als Fortsetzung einer Politik des Ignorierens und Verschweigens.
Besonders pikant ist, dass die Sexologie mit ihrer „Gender Dysphorie“-These und ihren Verbündeten (siehe Seite 2 des ursprünglichen Programms) immer noch dick in Szene setzen kann. Offenbar wollen liebgewonnene Machtinstrumente zur Unterdrückung von Menschen mit abweichenden Körpermerkmalen immer noch gepflegt werden. Und dazu gehört eben die Weltanschauung, die aus Frauen Männer machen will, die eine „Transidentität“ hätten, ganz zentral.
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